Das Kartenzählen ist eine mathematische Technik, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Prof. Edward O. Thorp beschrieb die theoretischen Grundlagen in seinem Buch "Beat the Dealer". Das Konzept basiert auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Verfolgung von Kartenverhältnissen in einem Schuh.
Klassische Zählsysteme
Das Hi-Lo-System ist das bekannteste Kartenzählsystem. Es weist hohen Karten (10 bis Ass) einen Wert von -1 zu, während niedrige Karten (2 bis 6) den Wert +1 erhalten. Neutrale Karten (7 bis 9) haben den Wert 0. Spieler führen während des Spiels eine mentale Summe, den "Running Count", die später in einen "True Count" umgewandelt wird.
Moderne Gegenmaßnahmen der Casinos
Die Casino-Industrie hat mehrere Techniken entwickelt, um Kartenzähler zu verhindern. Mehrere Kartenschuhe (bis zu 8 Decks) und häufiger Kartenwechsel machen das Zählen schwieriger. Automatische Kartenmischmaschinen während des Spiels werden zunehmend eingesetzt. Video-Überwachung und geschultes Personal sind Standard. Viele Casinos setzen auch Computersysteme ein, die Spielmuster analysieren.
Rechtliche und ethische Überlegungen
Während das mentale Kartenzählen technisch nicht illegal ist, betrachten Casinos es als Form des Betrugs. Spieler, die dabei erwischt werden, werden verhaftet, verfolgt und von Casinos auf schwarze Listen gesetzt. Private Sicherheitsmaßnahmen sind rechtlich zulässig. Dieses Wissen ist heute hauptsächlich von akademischem Interesse und wird in Casinos nicht mehr erfolgreich praktiziert.